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Therapievorschläge / Behandlungsmethoden


Aufgrund von bakteriellen Untersuchungsergebnissen werden entsprechende Therapieschemata vorgeschlagen. In welcher Zeit die Stadien eintreten, ist unter der Rubrik Symptome nachzulesen. Aus diesem Grund sollte es - wenn überhaupt - nur zusammen mit einem wirksamen Co-Drug gegeben werden.

Sind seit dem Zeckenstich mehr als sechs Stunden vergangen, wird aus Sicherheitsgründen die zusätzliche Einnahme von 2 x 1 Cotrim forte 200mg oder Azithromycin 500mg empfohlen.
Doxycyclin sollte nicht im Stadium I verabreicht werden, da es als bakteriostatische Antibiotikum während der Reduplikation (alle 20-24 Stunden) nur für wenige Minuten wirkt und die Borrelien ungehindert in jedes Gewebe eindringen können, und Doxycyclin auch eine deutliche Vermehrung der zystischen Form bewirkt (siehe auch Folien 45, 49, 52 und 64 des wissenschaftlichen Beitrags von Eva Sapi).

Alle Stadien der Borreliose müssen antibiotisch behandelt werden, also auch das Stadium I (Erythema migrans = Wanderröte). Nur eine konsequente Therapie des Erythema migrans kann eine Neuroborreliose vermeiden. Bei der Behandlung einer Neuroborreliose sollte das Grundprinzip einer Kombination von Antibiotika und Anti-Malaria-Mitteln bzw. Co-Drugs in der Therapie beibehalten werden. Bakterizide Antibiotika (Penicilline, Cefalosporine, Makrolide) sind grundsätzlich wirksamer als Doxycyclin. Da Doxycyclin nur bakteriostatisch wirkt (d. h. das Wachstum und die Vermehrung der Borrelisoe hemmt), sollte es nicht als Antibiotikum der 1. Wahl angesehen werden. Aus diesem Grund muß auch mit einem langsameren Wirkungseintritt im Vergleich zu Makroliden, Cotrim oder Cephalosporinen gerechnet werden. Der einzige Vorteil von Doxycylin ist, daß es auch gegen Bartonellen wirkt, die ebenfalls durch einen Zeckenbiß übertragen werden können.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Fluconazol wegen seiner guten Wirkspiegel im Zentralnervensystem besonders bei neurologischen Symptomen eingesetzt werden sollte (siehe auch Folie 56 des wissenschaftlichen Beitrags von Eva Sapi). Die Diagnose einer Neuroborreliose wird durch folgende Kriterien gestellt:

  • Positiver Elisa und Westernblot mit Bandendiagnostik, sowie IFT und
  • die typischen Symptome, wie z. B. unklare und wandernde Nervenschmerzen (besonders nachts), wechselnde Lähmungserscheinungen an den Extremitäten, Depressionen, Vergeßlichkeiten und Panikattacken

WICHTIG: Ausschluß von anderen Erkrankungen durch Labordiagnostik (Blut) und Kernspinuntersuchungen.
Da Fluconazol offensichtlich die Borrelien im Zentralnervensystem nicht abtötet, sondern nur am Wachstum und Vermehrung hindert, muß diese Therapie mindestens über 20-50 Tage lang durchgeführt werden, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Sollten dann immer noch Beschwerden bestehen, kann das Therapieschema (Antibiotika, danach Fluconazol) bis zu dreimal nacheinander wiederholt werden.

Therapie bei Neuroborreliose

Gerne stelle ich Ihnen die Therapieschemen bei einer Neuroborreliose auch zum Ausdrucken bereit:

  • Therapieschema Variante 1 [81 KB] (bei Erstverordnung)
  • Therapieschema Variante 2 [83 KB] - Dieses Schema hat sich bei Depressionen und ausgeprägten Kopfschmerzen bewährt, da das gleichzeitige Vorliegen einer Virusinfektion (z.B. Borna-Virus) nicht sicher auszuschließen ist.
  • Therapieschema Variante 3 [81 KB] - Durch die Gabe von Eremfat (Rifampicin) hat sich dieses Schema besonders bei dem Vorliegen von Mikrofilmen bewährt. Diese Therapie ist auch wirksam bei zusätzlicher Infektion mit Bartonella.
  • Therapieschema Variante 4 [71 KB] (bei Rezidiv)

Die Verträglichkeit von Fluconazol ist sehr gut. Dieses Mittel neigt jedoch aufgrund der Pharmakokinetik zu einer Reihe von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Zudem sollte die Therapie immer mit Fluconazol und einem wirksamen Co-Drug abgeschlossen werden.

Zum Schutz der Darmflora sollte während der Therapie Probiotika (z.B. Mutaflor, Yomogi, UK-Darmflora, Omni-Biotic, ...) eingenommen werden.